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Sind Vogelbeeren tatsächlich giftig?

Die leuchtend roten Beeren, die ihr jetzt oft bei Spaziergängen durch Tirol seht, galten lange Zeit als giftig. Das ist ein Aberglaube. Aber er hält sich hartnäckig. Vermutlich liegt das daran, dass die leuchtend roten Beeren roh sehr bitter und ungenießbar sind. Was es damit auf sich hat und was man aus Vogelbeeren machen kann, verraten wir euch hier...

Rohe Vogelbeeren sind ungenießbar, weil sie Parasorbisäure enthalten. Diese ist zwar für den Menschen nicht gefährlich, kann aber zu unangenehmen Magenverstimmungen führen. Sobald die Beere gekocht ist oder gefroren wird wandelt sich die bittere Parasorbinsäure in Sorbinsäure um. Mit Sorbinsäure hat der Mensch kein Problem, im Gegenteil, ein Teil der Vogelbeere wurde lange Zeit in der Medizin verwendet.

Vogelbeeren enthalten nämlich eine Zuckerart, die Sorbose, die als Zuckerersatz für Diabetiker genutzt wurde. Heute gibt es günstigere industrielle Verfahren, um Sorbose zu gewinnen.

Interessantes zum Vogelbeerenbaum

Der Vogelbeeren Baum ist unter vielen Namen bekannt – z.B. als Ebschbeere, Blumenesche oder Drosselbeere. Die Bezeichnung „Vogelbeere“ stammt von den orange-roten beerenartigen Früchten, die gerne von Vögeln gefressen werden.

Im Tierreich ist die Eberesche sehr beliebt. Sie wird von über 80 Vogel- und Säugetier Arten als Futterpflanze und Nistgehölz genutzt. Der Laubbaum kann etwa 80-120 Jahre alt werden und blüht von Mai bis Juli. Seine Früchte reifen ab August und je nach Höhenlage bis in den Spätherbst hinein. Die eher kleinwüchsigen Vogelbeeren sind sehr robust und halten Wind und Wetter stand. Deshalb werden die Bäume gerne im Lawinenschutz und in der biologischen Wildbachverbauung eingesetzt.

Wolle & Spielzeug: vielseitige Eberesche

Nicht nur die Früchte, auch der Vogelbeeren Baum selbst (die Eberesche) ist vielseitig nutzbar. Ihre Rinde kann zum Rot- oder Braunfärben von Wolle verwendet werden. Mittlerweile wird das nur mehr vereinzelt gemacht, aber wenige Naturliebhaber schwören nach wie vor darauf.

Das Holz der Eberesche ist interessant für Schnitzer. Es ist elastisch und schön gemasert. Dadurch eignet es sich besonders gut zum Schnitzen und Drechseln. In ärmeren Waldgegenden hatten die Förster früher ihre liebe Not, das begehrte Holz der Bäume vor armen Spielwarendrehern zu schützen. Diese Zeit ist vorbei, aber auch hier gibt es noch wenige Fachkundige, die die Eigenschaften des Holzes zu schätzen wissen.

Die Vogelbeere und der Aberglaube

Es gibt viele mystische Geschichten rund um die Vogelbeere, nicht nur aus Tirol. Hier galt sie lange als Schutzbaum gegen Blitzschlag.

In Schweden soll der Baum Tiere während der Weidezeit vor Krankheiten und bösen Geistern bewahren. Bei den Kelten zählte die Eberesche zu den Lebensbäumen. Sie bepflanzten ihre heiligen Stätten mit ihnen. Und auch in Irland galt und gilt die Vogelbeere als Schutzbaum gegen Blitzschlag und Hexenzauber.

Rarität Vogelbeer Schnaps

In Tirol reifen die Vogelbeeren je nach Höhenlage von August bis Oktober. Mit dem Sammeln des „roten Goldes“ kann jedoch erst nach dem ersten Frost begonnen werden. Neben dem Vorgang des Kochens neutralisiert auch der Frost die herbe, stark bittere Parasorbinsäure der Früchte.

Zu unserem Echten Tiroler Vogelbeeren Schnaps verarbeiten wir nur sonnengereifte und handverlesene Vogelbeeren. Die Früchte älterer Bäume ergeben ein besonders hochwertiges und würziges Destillat. Charakteristisch ist das herb-würzige, edle Bouquet. Entsprechend dick und voll ist der Geschmack, mit kraftvollem, rassigem und gut strukturiertem Abgang.

Ein edler Tropfen, nicht zuletzt wegen der geringen Ausbeute beim Destillieren. 100 kg Maische sind nötig, um 2 Liter Destillat zu erhalten. Genießt euren Vogelbeeren Schnaps am besten bei einer Trinktemperatur von etwa 18°C.

Auf euer Wohle!

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